Ich bin kein Rechtsanwalt oder Experte für deutsche Gesetzgebung, aber die Gründung eines Cannabis Clubs in Deutschland ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Cannabis ist noch in Deutschland größtenteils illegal, es sei denn, es wird aus medizinischen Gründen verschrieben. Selbst dann gibt es strenge Vorschriften.

Wenn du trotzdem einen „Cannabis-Club“ gründen möchtest, der sich beispielsweise für die Legalisierung einsetzt oder Informationen bereitstellt, könntest du folgende Schritte in Betracht ziehen:

  1. Recherche: Informiere dich gründlich über die Gesetze und Vorschriften, die in Deutschland für Cannabis gelten.
  2. Zielsetzung: Definiere klar, was der Club erreichen soll. Ist es ein Aktivismus-Club, ein Informationsaustausch oder etwas anderes?
  3. Rechtsform: Entscheide, welche Rechtsform am besten passt. Ein eingetragener Verein (e.V.) könnte eine Option sein.
  4. Satzung: Erstelle eine Satzung, die die Ziele und Regeln des Clubs festlegt. Lass diese von einem Anwalt überprüfen.
  5. Mitglieder: Du brauchst Mitglieder, die deine Ziele teilen. Mindestens 7 Erwachsene, die in Deutschland leben.
  6. Gründungstreffen: Halte ein offizielles Gründungstreffen ab und wähle einen Vorstand.
  7. Eintrag ins Vereinsregister: Nach der Gründung muss der Verein ins Vereinsregister eingetragen werden.
  8. Finanzen: Kläre die Finanzierung. Mitgliedsbeiträge, Spenden oder Fördermittel könnten hier in Frage kommen.
  9. Öffentlichkeitsarbeit: Nutze deine Kenntnisse, um den Club bekannt zu machen. Social Media, eine Website oder ein Blog könnten hilfreich sein.
  10. Aktivitäten: Plane und führe Veranstaltungen, Treffen und andere Aktivitäten durch, die im Einklang mit den Zielen des Clubs stehen.

Recherche

Bevor du überhaupt anfängst, einen Cannabis-Club zu gründen, ist es wichtig, die Gesetze und Vorschriften zu kennen, die in Deutschland für Cannabis gelten. Hier ein paar Grundlagen:

  • Betäubungsmittelgesetz (BtMG): Cannabis ist in Deutschland ein Betäubungsmittel und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Der Anbau, Handel, Besitz und Konsum sind grundsätzlich illegal.
  • Medizinisches Cannabis: Seit 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal, aber nur für Patienten mit einer entsprechenden Verschreibung.
  • CBD: Cannabidiol (CBD) ist eine nicht-psychoaktive Komponente von Cannabis. Produkte mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2% sind in Deutschland legal.
  • Strafverfolgung: Die Strafverfolgung kann von Bundesland zu Bundesland variieren. In einigen Fällen kann der Besitz von geringen Mengen Cannabis zu einer Einstellung des Verfahrens führen, aber das ist keine Garantie.
  • Aktivismus und Petitionen: Es gibt bereits Organisationen und Initiativen, die sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzen. Ein Überblick über deren Arbeit könnte hilfreich sein.
  • Rechtliche Grauzonen: Es gibt immer wieder Diskussionen um „Cannabis Social Clubs“ als mögliche rechtliche Grauzone. Aber Vorsicht: Das ist ein riskantes Unterfangen und könnte rechtliche Konsequenzen haben.

 

Zielsetzung

Bevor du loslegst, solltest du dir klar darüber sein, was du mit deinem Cannabis-Club erreichen möchtest. Hier sind einige Fragen, die du dir stellen könntest:

  • Ist es ein Aktivismus-Club? Willst du dich für die Legalisierung von Cannabis einsetzen? Wenn ja, wie genau möchtest du das tun? Durch Petitionen, Informationsveranstaltungen oder vielleicht sogar durch Lobbyarbeit?
  • Ist es ein Informationsaustausch? Möchtest du einen sicheren Raum schaffen, in dem Menschen sich über die medizinischen, wirtschaftlichen oder kulturellen Aspekte von Cannabis informieren können?
  • Ist es ein Netzwerk? Vielleicht willst du eine Plattform für Menschen schaffen, die in der legalen Cannabis-Industrie arbeiten oder daran interessiert sind.
  • Ist es eine Kombination? Vielleicht möchtest du mehrere dieser Elemente kombinieren.
  • Was ist mit dem rechtlichen Rahmen? Je nach Zielsetzung könnten unterschiedliche Gesetze und Vorschriften gelten. Ein Club, der sich auf medizinisches Cannabis konzentriert, hat wahrscheinlich andere rechtliche Herausforderungen als ein Club, der sich für die allgemeine Legalisierung einsetzt.

Die Zielsetzung wird dir nicht nur dabei helfen, Mitglieder zu gewinnen, sondern auch, wenn du die Satzung schreibst, die Rechtsform wählst und Fördermittel beantragst. Es ist also wirklich wichtig, dass du dir hierüber klar wirst.

 

Rechtsform

Die Rechtsform deines Clubs hat Auswirkungen auf viele Aspekte, von der Haftung bis zur Steuerpflicht. In Deutschland sind für solche Initiativen oft die folgenden Rechtsformen relevant:

  • Eingetragener Verein (e.V.): Das ist die klassische Form für gemeinnützige Organisationen und Clubs. Ein e.V. hat den Vorteil, dass er rechtlich als eigenständige Person gilt und du damit persönlich weniger haftest. Allerdings gibt es auch viele Formalitäten, wie die Eintragung ins Vereinsregister und die jährliche Mitgliederversammlung.
  • Nicht eingetragener Verein: Das ist die informellere Variante. Hier gibt es weniger Bürokratie, aber die Mitglieder können persönlich haftbar gemacht werden.
  • GmbH oder UG: Wenn dein Club eher kommerziell ausgerichtet ist, könnten diese Rechtsformen in Frage kommen. Das ist aber eher unwahrscheinlich, wenn es um ein sensibles Thema wie Cannabis geht.
  • Initiative oder Projekt: Wenn du erst mal klein Anfangen willst, könntest du auch einfach eine lockere Initiative oder ein Projekt starten und später entscheiden, ob du eine formelle Rechtsform wählst.

 

Satzung

Die Satzung ist sozusagen das Regelwerk deines Clubs. Sie legt fest, wie der Club organisiert ist, was die Ziele sind und wie Entscheidungen getroffen werden. Hier einige Punkte, die du in der Satzung klären solltest:

  • Zweck des Vereins: Was ist das Hauptziel? Das sollte klar und deutlich formuliert sein.
  • Mitgliedschaft: Wer kann Mitglied werden und wie? Gibt es verschiedene Arten von Mitgliedschaften?
  • Beiträge: Werden Mitgliedsbeiträge erhoben? Wenn ja, wie viel und wie oft?
  • Vorstand: Wer gehört zum Vorstand und wie wird er gewählt?
  • Mitgliederversammlung: Wie oft findet sie statt und wie werden Beschlüsse gefasst?
  • Auflösung des Vereins: Unter welchen Bedingungen kann der Verein aufgelöst werden?
  • Haftung: Wie ist die Haftung geregelt, insbesondere weil es sich um ein heikles Thema wie Cannabis handelt?

Es ist wirklich wichtig, dass du die Satzung von einem Anwalt überprüfen lässt, besonders wegen der rechtlichen Grauzonen, die bei einem Thema wie Cannabis auftreten können.

 

Mitglieder

Ein Club ist nur so stark wie seine Mitglieder. Hier sind ein paar Dinge, die du beachten solltest:

  • Gründungsmitglieder finden: Es müssen mindestens 7 Erwachsene, die in Deutschland leben, sein .
  • Mitgliederwerbung: Überlege dir, wie du Mitglieder gewinnen kannst.  Social Media, Newsletter und Mundpropaganda sind oft gute Wege, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
  • Mitgliedsbeiträge: Entscheide, ob und wie viel Beitrag die Mitglieder zahlen sollen. Das könnte eine wichtige Einnahmequelle sein, aber es könnte auch potenzielle Mitglieder abschrecken.
  • Mitgliederversammlung: Das ist der Ort, an dem wichtige Entscheidungen getroffen werden. Überlege dir, wie oft sie stattfinden soll und wie du eine hohe Beteiligung sicherstellen kannst.
  • Engagement: Überlege dir, wie du die Mitglieder aktiv im Club halten kannst. Das könnte durch regelmäßige Treffen, Workshops oder andere Veranstaltungen sein.
  • Interne Kommunikation: Ein regelmäßiger Newsletter oder eine Mitglieder-App könnten hier sinnvoll sein, um alle auf dem Laufenden zu halten.
  • Rechte und Pflichten: Diese sollten klar in der Satzung verankert sein, damit jeder weiß, was er erwarten kann und was von ihm erwartet wird.

Mitglieder sind das Rückgrat deines Clubs, also investiere Zeit und Energie in die Gemeinschaft. Und vergiss nicht, dass du als Gründer oder Vorstand eine Vorbildfunktion hast.

 

Gründungstreffen

Das Gründungstreffen ist ein wichtiger Meilenstein. Hier werden die Weichen für die Zukunft des Clubs gestellt. Ein paar Dinge, die du beachten solltest:

  • Einladung: Sorge dafür, dass alle potenziellen Mitglieder rechtzeitig eingeladen werden. Die Einladung sollte alle wichtigen Infos enthalten: Datum, Uhrzeit, Ort und Agenda.
  • Agenda: Plane die Themen, die besprochen werden sollen. Dazu gehören in der Regel die Vorstellung der Satzung, die Wahl des Vorstands und die Festlegung der Mitgliedsbeiträge.
  • Protokoll: Es sollte ein Protokoll des Treffens angefertigt werden, das alle wichtigen Entscheidungen und Abstimmungen festhält.
  • Vorstandswahl: Der Vorstand wird in der Regel auf dem Gründungstreffen gewählt. Überlege dir im Voraus, wer für welche Position geeignet wäre.
  • Notar: Für die Eintragung ins Vereinsregister brauchst du ein notariell beglaubigtes Protokoll. Ein Notar sollte also beim Gründungstreffen anwesend sein oder das Protokoll im Nachhinein beglaubigen.
  • Stimmung: Das Gründungstreffen ist auch eine gute Gelegenheit, die Mitglieder zu motivieren und für die Sache zu begeistern. Vielleicht kannst du hier auch deine Online-Marketing-Skills einsetzen, um das Event zu promoten oder später darüber zu berichten.

Das Gründungstreffen legt den Grundstein für alles Weitere, also nimm dir die Zeit, es gut zu planen und durchzuführen.

 

Eintrag ins Vereinsregister

Nachdem das Gründungstreffen stattgefunden hat und der Vorstand gewählt ist, ist der nächste Schritt die Eintragung ins Vereinsregister. Das macht deinen Club offiziell und bringt einige Vorteile mit sich, aber auch Pflichten. Hier ein paar Dinge, die du wissen solltest:

  • Notarielles Protokoll: Du brauchst ein notariell beglaubigtes Protokoll des Gründungstreffens sowie eine beglaubigte Satzung.
  • Antrag: Der Antrag zur Eintragung muss beim zuständigen Amtsgericht gestellt werden. Das macht in der Regel der Vorstand.
  • Kosten: Die Eintragung ist nicht kostenlos. Die Gebühren können variieren, also informiere dich im Voraus.
  • Vereinsname: Der Name des Vereins muss eindeutig sein und darf nicht mit bereits existierenden Vereinen verwechselt werden können.
  • Gemeinnützigkeit: Wenn dein Verein gemeinnützige Ziele verfolgt, kannst du eine entsprechende Anerkennung beim Finanzamt beantragen. Das bringt steuerliche Vorteile, aber auch zusätzliche Auflagen.
  • Transparenz: Ein eingetragener Verein muss bestimmte Informationen veröffentlichen und ist zu einer gewissen Transparenz verpflichtet.
  • Haftung: Mit der Eintragung ins Vereinsregister wird der Verein zu einer juristischen Person. Das begrenzt die Haftung der Mitglieder, bringt aber auch Pflichten mit sich, wie zum Beispiel die jährliche Mitgliederversammlung und ggf. die Veröffentlichung eines Jahresberichts.

 

Finanzen

Ohne Moos nix los, wie man so schön sagt. Ein Club braucht auch finanzielle Mittel, um seine Ziele zu erreichen. Hier ein paar Tipps:

  • Mitgliedsbeiträge: Das ist die einfachste und direkteste Art, Geld einzunehmen. Überlege dir, wie hoch die Beiträge sein sollen und wie oft sie fällig werden.
  • Spenden: Je nachdem, was der Zweck deines Clubs ist, könnten Spenden eine wichtige Einnahmequelle sein. Es gibt viele Plattformen, die das Sammeln von Spenden erleichtern.
  • Fördermittel: Es gibt verschiedene Stellen, die Fördermittel für gemeinnützige Projekte zur Verfügung stellen. Das kann eine gute Möglichkeit sein, an Startkapital zu kommen.
  • Veranstaltungen: Mit Events, Workshops oder anderen Veranstaltungen kannst du nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch Geld verdienen.
  • Merchandising: Je nachdem, wie bekannt dein Club wird, könnten auch Merchandising-Artikel wie T-Shirts oder Sticker eine Einnahmequelle sein.
  • Transparenz: Sei transparent darüber, wie das Geld verwendet wird. Das schafft Vertrauen und kann weitere Spenden oder Mitglieder anlocken.
  • Buchführung: Ein ordentliches Finanzmanagement ist unerlässlich. Je nach Größe und Umsatz deines Clubs könntest du sogar einen Steuerberater brauchen.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Ein Club lebt von seiner Sichtbarkeit und seinem Einfluss. Ein paar Anregungen:

  • Website: Eine professionelle Website ist heutzutage fast unerlässlich. Sie dient als Anlaufstelle für Interessierte und als Plattform für deine Inhalte. Ich helfe dir dabei gerne. Schreib mir einfach hier.
  • Social Media: Nutze Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter, um eine Community aufzubauen und deine Botschaft zu verbreiten.
  • Newsletter: Ein regelmäßiger Newsletter kann helfen, deine Mitglieder und Interessenten auf dem Laufenden zu halten.
  • Pressearbeit: Versuche, Kontakte zu Journalisten und Medien aufzubauen. Pressemitteilungen und Artikel können viel Aufmerksamkeit generieren.
  • Events: Veranstaltungen, Workshops oder Webinare sind nicht nur gute Einnahmequellen, sondern auch hervorragende Möglichkeiten zur Netzwerkbildung und Öffentlichkeitsarbeit.
  • Kooperationen: Überlege, ob Partnerschaften mit anderen Organisationen oder Unternehmen sinnvoll sein könnten. Das kann die Reichweite erhöhen und zusätzliche Ressourcen bringen.
  • Content Marketing: Erstelle qualitativ hochwertige Inhalte, die deine Zielgruppe interessieren. Das können Blogposts, Videos oder Podcasts sein.

Aktivitäten

Ein Club lebt von dem, was er tut, nicht nur von dem, was er sagt. Hier sind einige Ideen für Aktivitäten, die du in Betracht ziehen könntest:

  • Treffen: Regelmäßige Treffen sind wichtig, um die Mitglieder aktiv und engagiert zu halten. Das können formelle Versammlungen, aber auch lockere Stammtische sein.
  • Workshops und Seminare: Bildungsveranstaltungen können ein wichtiger Teil deines Clubs sein, besonders wenn es um ein komplexes Thema wie Cannabis geht.
  • Öffentliche Veranstaltungen: Podiumsdiskussionen, Filmabende oder andere Events können helfen, Aufmerksamkeit zu erregen und die Botschaft zu verbreiten.
  • Online-Aktivitäten: Webinare, Online-Kurse oder Social-Media-Kampagnen können eine gute Ergänzung zu physischen Veranstaltungen sein.
  • Lobbyarbeit: Wenn dein Club politische Ziele hat, könnte Lobbyarbeit ein wichtiger Aspekt sein. Das kann von der Teilnahme an öffentlichen Anhörungen bis hin zu direkten Gesprächen mit Entscheidungsträgern reichen.
  • Community-Projekte: Je nach Zielsetzung könnten auch praktische Projekte wie die Unterstützung von medizinischen Cannabis-Patienten oder Aufklärungsarbeit in Schulen sinnvoll sein.
  • Fundraising: Spendenaktionen oder Crowdfunding können nicht nur Geld bringen, sondern auch die Sichtbarkeit und das Engagement erhöhen.

Wenn du Hilfe bei der Webseite brauchst, kann ich dich kostenlos beraten worauf du achten solltest. Wenn du einen Anwalt zum Thema Cannabis Club Vereinsgründung suchst, habe ich bei meiner Recherche diesen gefunden. Ich bekomme dafür kein Geld.