Cannabis Clubs

Cannabis-Gesetz im Bundestag

17. Oktober 2023|Cannabis Clubs, Legalisierung|

In Berlin geht es diese Woche um ein wichtiges Thema: die Cannabis-Legalisierung. Der Bundestag plant, am nächsten Mittwochabend darüber zu diskutieren. Die Ampel-Koalition hat diesen Gesetzentwurf eingebracht. Wenn sie darüber gesprochen haben, wird der Vorschlag an den Gesundheitsausschuss weitergeleitet.

Allerdings gibt es immer noch Bedenken bei Ärztekammern und Ärzteverbänden. Einige glauben, dass die Legalisierung von Cannabis viele gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Besonders besorgt sind Kinder- und Jugendärzte. Sie befürchten, dass Erwachsene Cannabis an junge Menschen weitergeben könnten, ähnlich wie es mit Alkohol passiert. Sie machen sich auch Gedanken darüber, wie man kontrollieren kann, ob jemand zu Hause drei Pflanzen oder mehr anbaut. Es gibt auch die Idee, rund um Schulen und Spielplätze ein Verbot für das Kiffen einzuführen.

Besonders gefährlich finden einige Ärzte die Idee, Cannabis in Lebensmitteln, sogenannten Edibles, zu erlauben. Sie argumentieren, dass dies zu versehentlichen Vergiftungen von Kindern führen könnte und dass es unverantwortlich wäre.

Auf der anderen Seite verteidigen Gesundheitspolitiker der Koalition den Gesetzentwurf. Sie sagen, dass die Kriminalisierung den Konsum unter Jugendlichen fördert und dass Länder wie Portugal, die Cannabis entkriminalisiert haben, damit gute Erfahrungen gemacht haben. Sie glauben, dass die Legalisierung zu einem besseren Schutz für Kinder und Jugendliche führen könnte.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass der private Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene unter bestimmten Bedingungen erlaubt wird. Kinder und Jugendliche dürfen die Substanz jedoch nicht verwenden. Erwachsene dürfen bis zu 25 Gramm Cannabis besitzen und konsumieren. Es soll auch erlaubt sein, bis zu drei Pflanzen für den Eigenanbau zu haben, und es gibt Regeln für den kontrollierten Austausch von Cannabis.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach argumentiert, dass die Legalisierung den sicheren Konsum von Cannabis ermöglichen soll. Er weist darauf hin, dass Cannabis vom Schwarzmarkt oft unsicher ist und gesundheitliche Risiken birgt. Um die Gesundheit der Menschen zu schützen, sollten Aufklärung und Prävention verstärkt werden und Cannabis nur in Cannabis Clubs abgegeben werden dürfen.

Die Diskussion um die Cannabis-Legalisierung in Deutschland wird also weitergehen, und es bleibt abzuwarten, wie der Bundestag darüber entscheiden wird.

Wie gründet man einen Cannabis Club?

12. Oktober 2023|Allgemein, Cannabis Clubs, Legalisierung|

To-Do List:

  • Organisationsform wählen
  • Gründungsmitglieder finden
  • Rechtliche Voraussetzungen klären
  • Vereinssatzung erstellen
  • Behördliche Erlaubnisse einholen
  • Werbung und Community-Aufbau
  • Anbauplanung
  • Clubräume und Anbauflächen organisieren
  • Mitgliederverwaltung einrichten

Cannabis Club gründen: So geht’s!

Einführung

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland eröffnet neue Möglichkeiten für den gemeinschaftlichen Anbau und Konsum von Cannabis. Ein Cannabis Club, auch bekannt als Cannabis Social Club (CSC), bietet eine sichere und legale Alternative zum illegalen Markt. In diesem Blogpost erfährst du, wie du einen Cannabis Club gründest und worauf du dabei achten musst.

Wahl der Organisationsform

Ein Cannabis Club kann entweder als eingetragener Verein (e.V.) oder als Genossenschaft (eG) gegründet werden. Beide Formen haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Verein ist oft einfacher und günstiger zu gründen und zu verwalten, während eine Genossenschaft wirtschaftliche Aktivitäten besser integrieren kann.

Schritte zur Gründung eines e.V.:

  • Gründungsmitglieder finden (mindestens 7)
  • Vereinssatzung erstellen
  • Vorstand wählen
  • Verein beim Amtsgericht anmelden und ins Vereinsregister eintragen lassen

Rechtliche Voraussetzungen klären

Die Gründung eines Cannabis Clubs unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen. Dazu gehören:

  • Jugendschutz: Mitglieder müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Prävention: Der Club muss Suchtpräventions- und Jugendschutzbeauftragte ernennen.
  • Qualitätssicherung: Einhaltung der Vorschriften für Anbau, Lagerung und Transport von Cannabis.
  • Dokumentationspflichten: Alle Aktivitäten müssen genau dokumentiert werden.

Erlaubnisse einholen

Um Cannabis legal anbauen zu dürfen, benötigt der Club eine behördliche Erlaubnis. Die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen ist dabei entscheidend:

  • Antragstellung bei der zuständigen Behörde
  • Nachweis der Erfüllung aller Voraussetzungen gemäß dem Cannabisgesetz

Werbung und Community-Aufbau

Obwohl Werbung für Cannabis eingeschränkt ist, kannst du die Zeit bis zur Gesetzeseinführung nutzen, um Aufmerksamkeit zu generieren. Öffentlichkeitsarbeit und der Aufbau einer Community sind wichtige Schritte, um Mitglieder zu gewinnen und den Club bekannt zu machen.

Anbauplanung

Die Planung des Anbaus ist zentral für den Erfolg des Clubs. Dazu gehören:

  • Auswahl eines geeigneten Grundstücks oder Gebäudes
  • Sicherstellung der Energieversorgung und Klimakontrolle
  • Einhaltung der gesetzlichen Abstandsregelungen zu Jugendeinrichtungen

Clubräume und Anbauflächen organisieren

Die Clubräume müssen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und sicher gegen Einbrüche geschützt sein. Auch der Anbau von Cannabis muss unter kontrollierten Bedingungen erfolgen, um die Qualität und Sicherheit des Produkts zu gewährleisten.

Mitgliederverwaltung einrichten

Ein effizientes Verwaltungssystem hilft, den Club reibungslos zu betreiben. Dazu gehören:

  • Verwaltung der Mitgliedsbeiträge
  • Organisation von Mitgliederversammlungen
  • Dokumentation aller Aktivitäten

Fazit

Die Gründung eines Cannabis Clubs ist eine spannende Möglichkeit, den legalen und sicheren Zugang zu Cannabis zu fördern. Mit der richtigen Vorbereitung und Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen steht dem Erfolg nichts im Wege.

Kurze Tipps für die Gründung eines Cannabis Clubs

  • Gut informieren: Alle gesetzlichen Bestimmungen kennen und einhalten.
  • Gemeinschaft aufbauen: Eine starke Community ist der Schlüssel zum Erfolg.
  • Dokumentation: Alle Aktivitäten genau dokumentieren, um rechtlich abgesichert zu sein.
  • Rechtliche Beratung: Professionelle Unterstützung durch einen Anwalt ist hilfreich.
  • Qualitätssicherung: Höchste Standards beim Anbau und der Lagerung einhalten.

Cannabis Clubs als eingetragene Vereine

5. Oktober 2023|Cannabis Clubs, Legalisierung|

Die spannende Phase hat begonnen:

Am 29. September 2023 wird der Bundesrat den Entwurf des „Gesetzes zum kontrollierten Umgang mit Cannabis und zur Änderung weiterer Vorschriften“ (kurz „CanG“) diskutieren. Das CanG regelt hauptsächlich den gemeinschaftlichen und privaten Eigenanbau von Cannabis im „Konsumcannabisgesetz“ (KCanG). Die Verwendung von Cannabis zu medizinischen und medizinisch-wissenschaftlichen Zwecken wird im „Medizinal-Cannabisgesetz“ (MedCanG) geregelt. Dies ist ein komplexes rechtliches Verfahren, das stark von internationalen und europäischen Rechtsnormen beeinflusst wird.

Zurückblickend:

Ende November 2021 plante die damals neu gewählte Regierung, „die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften“ einzuführen. In der Folgezeit gab es jedoch Bedenken, dass die Legalisierung von Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften gegen höherrangiges Recht verstoßen könnte. Die Eckpunkte des sogenannten „2-Säulen-Modells“ wurden zunächst von Herbst 2022 auf März 2023 verschoben, und der Referentenentwurf, der ursprünglich für Ende April geplant war, verzögerte sich bis Anfang Juli. Dies ist eine Entwicklung, die wir in anderen Jurisdiktionen oft sehen, wenn sie sich neuen Regulierungsthemen „zu zaghaft und halbherzig“ annähern.

Am 4. Oktober 2023 wird das Bundeskabinett die Empfehlungen des Bundesrates berücksichtigen, und der Bundestag wird den Gesetzesentwurf erstmals am 12. Oktober 2023 erörtern. Die zweite und dritte Lesung sind für den 16. November geplant. Kurz vor Weihnachten könnte es dann so weit sein: Am 15. Oktober 2023 wird der Gesetzesentwurf zum zweiten Mal in den Bundesrat eingebracht. Es könnten noch erhebliche Änderungen am derzeitigen Gesetzentwurf aufgrund weitreichender Vorschläge der drogenpolitischen Sprecher:innen der Regierungsfraktionen geben.

Der Gesetzentwurf markiert einen Wendepunkt in der deutschen Drogenpolitik. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wird der gemeinschaftliche, nichtgewerbliche Eigenanbau von Cannabis legalisiert. Anbauvereinigungen, das heißt eingetragene nicht wirtschaftliche Vereine oder eingetragene Genossenschaften, dürfen bis zu 500 Mitglieder versorgen und bis zu 300 kg Konsumcannabis produzieren. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Anbauvereinigungen den gemeinschaftlichen nichtgewerblichen Eigenanbau von Cannabis und die Weitergabe an Mitglieder sowie die Weitergabe von Vermehrungsmaterial in ihrer Satzung festlegen müssen, gemäß § 1 Nr. 13, lit. b) KCanG-E. Dies entkriminalisiert Cannabis in der „ersten Säule“, um in der „zweiten Säule“ des zweistufigen Gesetzgebungsverfahrens, dem sogenannten „Club Anbau & Regional-Modell/CARe“, innerhalb lizenzierter Fachgeschäfte und kommerzieller Lieferketten zu legalisieren.

Cannabis könnte, ähnlich wie der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC e.V.) oder Fußballvereine, in der Mitte der Gesellschaft ankommen. Studien deuten auf strukturelle Veränderungen in Vereinen hin. Während die Anzahl der klassischen Vereine für Sport, Freizeit und Geselligkeit stetig zurückgeht und die Gründung neuer Vereine abnimmt, gibt es einen Anstieg von Vereinen, die sich mit Bürger- und Verbraucherinteressen, Bildung, Erziehung und gemeinschaftlicher Versorgung befassen.

Da Anbauvereinigungen vor der Aufgabe stehen, bis zu 500 Mitglieder – bei etwa 3,6 Millionen Konsumenten in Deutschland – mit Konsumcannabis zu versorgen, stimme ich der Einschätzung des Bundesrates zu, wonach deutschlandweit im ersten Jahr mehr als 1.000 Anbauvereinigungen eine Erlaubnis beantragen werden. Die Anzahl der Konsument:innen, die in den letzten 30 Tagen vor einer repräsentativen Befragung mindestens einmal Cannabis konsumiert haben, liegt bei 1,48 Millionen Personen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Großteil dieser Konsument:innen Mitglieder von Anbauvereinigungen werden möchte. Wenn man die jüngsten strukturellen Entwicklungen in Betracht zieht und bedenkt, dass nicht jeder Club 500 Mitglieder aufnehmen wird, könnten mindestens 2.960 Anbauvereinigungen für 1,48 Millionen Konsument:innen erforderlich sein. Wenn man auch die 2,26 Millionen Gelegenheitskonsumenten mit einer 12-Monats-Prävalenz berücksichtigt, könnten mindestens 4.520 Anbauvereinigungen erforderlich sein, wenn jeder Club unterstellt 500 Mitglieder hat. Insgesamt sind also 7.480 Anbauvereinigungen möglich.

Da nicht jede Anbauvereinigung 500 Mitglieder aufnehmen wird, könnte die Gesamtzahl der Konsument:innen mit 30-Tages- und 12-Monats-Prävalenz ein Hinweis auf die sich daraus ergebenden 3,74 Millionen Konsument:innen sein. Wenn zwei Drittel davon Mitglieder von Anbauvereinigungen mit durchschnittlich 250 Personen werden, könnten bis zu 9.873 Anbauvereinigungen erforderlich sein.

Wirtschaftliche Bedeutung: Fakten und Zahlen

Vereine sind nicht nur Orte der sozialen Interaktion, sondern auch Quellen für Innovation und wirtschaftliche Vielfalt. Im Jahr 2022 waren 615.759 eingetragene Vereine und 1.939 gemeinwohlorientierte Genossenschaften im Vereins- bzw. Genossenschaftsregister eingetragen. Vereine fördern soziale Interaktionen, können Dienstleistungen anbieten und sogar erhebliche wirtschaftliche Werte schaffen.

Durch die Vernetzung von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen können neue Ideen und Unternehmen entstehen. Die deutsche Vereinslandschaft war und wird immer der Nährboden für große Industrien, wie die Fußball-Bundesliga mit über 4,4 Milliarden Euro Umsatz. Allein der ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V.) erzielt mit Dienstleistungen wie Pannenhilfe, Versicherungen und Verkehrsinformationen in seiner Tochtergesellschaft, der ADAC SE, über 1,04 Milliarden Euro Umsatz und erzielte laut Wirtschaftsbericht 2021 in einer Tochtergesellschaft eine Konzernbilanzsumme von über 1,8 Milliarden Euro. Dieser Konzern erzielt diese Umsätze durch verschiedene Geschäftsfelder wie Autovermietung oder Automotive-Dienstleistungen.

Welche rechtlichen Grundlagen gelten für Cannabis-Clubs?

Eingetragene Vereine (e.V.) nach § 21 BGB sind in Deutschland ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens und die am häufigsten gewählte Rechtsform für zivilgesellschaftliche Organisationen. Neben e.V. gibt es zwar auch gemeinnützige Kapitalgesellschaften (wie z.B. gUG, gGmbH, gAG) oder gemeinwohlorientierte Genossenschaften (eG) sowie die rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts, dennoch firmieren 93% aller zivilgesellschaftlichen Organisationen als eingetragene Vereine.

Eingetragene Vereine (e.V.) unterliegen in Deutschland dem allgemeinen Vereinsrecht, das in den §§ 21 bis 79 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt ist. Ein e.V. muss im Vereinsregister eingetragen sein, um rechtlich handlungsfähig zu sein. Wenn ein Verein rechtlich handlungsfähig ist, kann er Verträge abschließen, beispielsweise mit Mini-Jobbern, die am gemeinschaftlichen Eigenanbau beteiligt sind, gemäß § 17 Abs. 1, S. 1 KCanG-E. Die Satzung der Anbauvereinigung muss neben dem in § 1 Nr. 13, lit.b) KCanG-E vorgeschriebenen Satzungszweck auch die Organe des Vereins enthalten. Die Hauptorgane sind normalerweise die Mitgliederversammlung und der Vorstand sowie „beauftragte Personen“ gemäß § 30 BGB, die ebenfalls im Vereinsregister eingetragen sind. Der Vorstand vertritt den Verein vor Gericht und außergerichtlich.

Nicht-wirtschaftlichen Vereinen ist es unter bestimmten Bedingungen gestattet, innerhalb des sogenannten „Nebenzweckprivilegs“ einen wirtschaftlichen Zweckbetrieb zu betreiben, der dem Hauptzweck untergeordnet ist und diesem unmittelbar dient, obwohl der Gesetzgeber grundsätzlich für wirtschaftliche Tätigkeiten handelsrechtliche Formen wie OHG, KG, GmbH, AG, SE und Genossenschaft vorsieht.

Zusammenfassend ist die Vermeidung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten für Vereinsorgane entscheidend, um ihre Haftung zu verhindern. Ein Vereinsvorstand hat die Verpflichtung, durch angemessene Maßnahmen sicherzustellen, dass die Gesetze vom Verein, seinen Mitgliedern und seinen Angestellten eingehalten werden (Compliance-Verantwortung), gemäß §§ 27 Abs. 3, 664 ff., 276 Abs. 2 BGB2. Da derzeit nur wenige oder keine D&O-Versicherungen Compliance-Risiken in Anbauvereinigungen abdecken, sollten Vorstände und besondere Vertreter von Anbauvereinigungen frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um ihrer Compliance-Verantwortung gerecht zu werden.

Ausblick

Anbauvereinigungen haben das Potenzial, Cannabis von seinem jahrzehntelangen Stigma zu befreien. Sie könnten einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass Cannabis in einer aufgeklärten und verantwortungsbewussten Gesellschaft akzeptiert wird. Die Einführung von Anbauvereinigungen könnte nicht nur dem Rückgang der Vereinslandschaft entgegenwirken, sondern auch zur neuen Blüte der Vereine beitragen, indem sie wichtige Gemeinschaftsaufgaben übernehmen.

Kabinett genehmigt Cannabis-Legalisierung

17. August 2023|Cannabis Clubs, CBD Shops, Legalisierung|

Das Bundeskabinett hat einen entscheidenden Schritt zur Legalisierung von Cannabis gemacht. Während Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den Gesetzentwurf als notwendige Neuerung in der Drogenpolitik sieht, wird dieser von verschiedenen Seiten, auch innerhalb der Regierungskoalition, kritisiert.

Der Entwurf zielt darauf ab, den Schwarzmarkt zu dezimieren und den Cannabiskonsum sicherer zu gestalten. Lauterbach betonte jedoch die damit verbundenen Risiken und forderte eine Aufklärungskampagne für junge Erwachsene. Er stellte klar, dass die Legalisierung nicht für Minderjährige gelten wird.

Die Kernpunkte des Gesetzentwurfs umfassen die Entfernung von Cannabis aus der Liste der verbotenen Substanzen im Betäubungsmittelgesetz und eine Freigabe des Besitzes von bis zu 25 Gramm für Personen über 18 Jahre. Das gemeinschaftliche Anbauen von Cannabis in speziellen Clubs wird ebenfalls ermöglicht.

In Niedersachsen gibt es jedoch Skepsis gegenüber dem Entwurf. Die Innenministerin des Bundeslandes, Daniela Behrens, und andere Beamte äußerten Bedenken, insbesondere im Hinblick auf Überwachungs- und Kontrollvorschriften.

Hamburgs Innensenator, Andy Grote, lehnt die Legalisierungspläne ebenfalls ab und fürchtet eine Zunahme des Konsums sowie eine Vermischung von Schwarz- und Legalmarkt. Auch aus der Hamburger Opposition kam Kritik an den Plänen des Bundes.

Der Hamburger Suchtexperte Rainer Thomasius äußerte ebenfalls seine Bedenken und warnte vor möglichen gesundheitlichen Schäden durch regelmäßigen Konsum.

Die Reaktionen aus Schleswig-Holstein waren ebenfalls größtenteils kritisch. Das Gesundheitsministerium betonte die Gefahren von Cannabis und seine häufige Verbreitung im Straßenverkehr.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es sowohl Unterstützung als auch Kritik für die geplante Legalisierung. Gesundheitsministerin Stefanie Drese sprach sich für den Gesetzentwurf aus, während die CDU-Bundestagsabgeordnete Simone Borchardt die Gefahren betonte.

Cannabis-Clubs aus beiden Bundesländern bemängelten die strengen Regelungen des Entwurfs. Die Gewerkschaft der Polizei in MV äußerte ebenfalls Bedenken.

Die FDP-Politikerin Kristine Lütke verteidigte indessen die Pläne und erklärte, dass im parlamentarischen Verfahren noch Anpassungen vorgenommen werden.

Insgesamt spiegelt das Feedback eine gemischte Reaktion auf die geplante Legalisierung von Cannabis wider. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Gesetzentwurf im weiteren Verlauf entwickelt.

Cannabis-Legalisierung in Deutschland

14. Juli 2023|Cannabis Clubs, Legalisierung|

Cannabis und Deutschland – das ist eine Beziehung, die sich über die Jahre hinweg stark verändert hat und Gegenstand kontinuierlicher Debatten und Gesetzesänderungen ist. Viele Menschen finden den aktuellen Stand der Cannabis-Legalisierung in Deutschland im Jahr 2023 verwirrend oder kompliziert. In diesem Artikel möchten wir auf einfache Weise erklären, wie die Dinge gerade stehen und was wir in der nahen Zukunft erwarten können.

Die Basis: Medizinisches Cannabis in Deutschland

Im Jahr 2017 öffnete Deutschland die Türen für medizinisches Cannabis. Ärzte dürfen es seitdem verschreiben, allerdings nur unter bestimmten strengen Bedingungen. Medizinisches Cannabis wird Patienten mit schweren Krankheiten gegeben, wenn andere Behandlungen nicht den gewünschten Effekt bringen oder zu starke Nebenwirkungen haben. Diese Krankheiten, bei denen medizinisches Cannabis verschrieben werden kann, sind zum Beispiel Multiple Sklerose und chronische Schmerzen. Auch Menschen mit schweren Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Übelkeit nach Chemotherapie können von medizinischem Cannabis profitieren.

Medizinisches Cannabis ist jedoch nicht leicht zugänglich, da die Krankenkassen die Kosten oft nicht übernehmen und die Patienten die Behandlung selbst bezahlen müssen. Darüber hinaus gibt es in Deutschland nur eine begrenzte Anzahl von Apotheken, die medizinisches Cannabis anbieten, was die Verfügbarkeit für die Patienten einschränkt.

Die Grauzone: Freizeit-Cannabis in Deutschland

Jetzt wird es ein wenig komplizierter. Der Gebrauch von Cannabis zu Freizeitzwecken ist in Deutschland grundsätzlich illegal. Aber es gibt eine Grauzone. In manchen Bundesländern wird der Besitz kleiner Mengen Cannabis nicht strafrechtlich verfolgt. Das heißt, die Polizei kann dich zwar für den Besitz von Cannabis belangen, aber in der Praxis bekommst du meistens keine Strafe, solange es sich nur um eine kleine Menge für den persönlichen Gebrauch handelt.

Diese Praxis variiert jedoch von Bundesland zu Bundesland, was zu einer uneinheitlichen Rechtsanwendung führt. In einigen Bundesländern kann der Besitz geringer Mengen Cannabis zu einer Geldstrafe oder sogar zu einer Freiheitsstrafe führen, während in anderen Bundesländern eine „Duldungspolitik“ besteht.

Der Ausblick: Kommt die vollständige Legalisierung von Cannabis in Deutschland?

Es gibt eine lebhafte Diskussion darüber, ob Cannabis in Deutschland vollständig legalisiert werden sollte, ähnlich wie in Kanada oder einigen US-Bundesstaaten. Befürworter der Legalisierung argumentieren, dass sie den Schwarzmarkt bekämpfen und die Qualität und Sicherheit von Cannabis verbessern könnte. Durch die Kontrolle und Regulierung der Produktion und des Verkaufs könnten auch Steuereinnahmen generiert und Polizeiressourcen eingespart werden.

Kritiker der Cannabis-Legalisierung hingegen befürchten negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, insbesondere bei jungen Menschen. Sie weisen auf die Gefahren von Sucht und psychischen Gesundheitsproblemen hin, die mit dem Cannabiskonsum verbunden sind.

Bisher ist die vollständige Legalisierung von Cannabis in Deutschland noch nicht in Sicht, aber die öffentliche und politische Meinung ändert sich stetig. Eine Reihe von politischen Parteien und Organisationen setzen sich für eine Reform der Cannabispolitik ein, und es gibt eine wachsende Anzahl von Kampagnen und Initiativen, die die Legalisierung von Cannabis fordern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der aktuelle Stand der Cannabis-Legalisierung in Deutschland komplex und sich ständig weiterentwickelnd ist. Obwohl medizinisches Cannabis legal ist, bleibt Freizeit-Cannabis eine Grauzone, und die vollständige Legalisierung ist noch Gegenstand von Diskussionen. Bleiben Sie auf dem Laufenden und informieren Sie sich regelmäßig über die neuesten Entwicklungen in der Cannabis-Legalisierung in Deutschland.