Anzahl der Cannabis-Clubs nach Bundesland

Seit dem 1. Juli 2024 dürfen nicht-kommerzielle Cannabis-Anbauvereine (Cannabis Clubs) in Deutschland Cannabis für Mitglieder anbauen. Die Genehmigungslage ist jedoch sehr unterschiedlich:

    • Nordrhein-Westfalen: 37 Clubs (bundesweit Spitzenreiter, pragmatische Handhabung)
    • Niedersachsen: 25 Clubs (frühzeitig und unkompliziert genehmigt)
    • Rheinland-Pfalz: 10 Clubs (stabile Entwicklung)
    • Baden-Württemberg: 10 Clubs (strenge Auflagen)
    • Sachsen: 7 Clubs (primär in Städten wie Leipzig und Chemnitz)
    • Sachsen-Anhalt: 6 Clubs
    • Brandenburg: 3 Clubs
    • Schleswig-Holstein: 3 Clubs
  • Mecklenburg-Vorpommern: 2 Clubs
  • Hessen: 2 Clubs
  • Thüringen: 2 Clubs
  • Hamburg: 2 Clubs
  • Berlin: 1 Club (verzögerte Genehmigung)
  • Bremen: 1 Club
  • Bayern: 0 Clubs (restriktive Umsetzung, keine Genehmigungen bisher)
  • Saarland: 0 Clubs (bisher keine vollständigen Anträge)

Die meisten Bundesländer haben deutlich mehr Anträge erhalten, als bisher bewilligt wurden. Bundesweit gab es bis Ende 2024 etwa 280 Anträge, genehmigt wurden bis dato aber erst rund 100 Vereine.

Herausforderungen bei der Gründung von Cannabis-Clubs

Die Gründung gestaltet sich oft schwierig, da umfangreiche bürokratische Anforderungen erfüllt werden müssen: Antragsunterlagen, Sicherheitskonzepte, Schulungen und hohe Investitionskosten (oft zwischen 50.000 und 125.000 Euro). Insbesondere konservativ regierte Bundesländer stellen hohe Hürden auf, während pragmatischere Länder schneller Genehmigungen erteilen.

Prognosen für die zukünftige Entwicklung

Es wird erwartet, dass die Zahl der Cannabis-Clubs langsam aber stetig weiter wächst. Zusätzlich könnten geplante Modellprojekte ab 2025/2026 den Markt um kommerzielle Verkaufsstellen erweitern. Die Nachfrage übersteigt derzeit die Kapazitäten der bestehenden Clubs deutlich, was zeigt, dass ein großes Potenzial für weitere Clubs vorhanden ist.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen

Wirtschaftlich profitieren vor allem Dienstleister und Zulieferer, die Ausstattung und Technik für Cannabis-Clubs bereitstellen. Gesellschaftlich könnten Clubs zu mehr Gesundheits- und Jugendschutz sowie zu einer schrittweisen Enttabuisierung von Cannabis führen.Steuereinnahmen bleiben zunächst gering, könnten jedoch zukünftig steigen falls kommerzieller Verkauf erlaubt wird.

Die nächsten Jahre sind entscheidend für die Zukunft der Cannabis-Clubs in Deutschland und könnten zeigen, wie effektiv eine regulierte Abgabe von Cannabis durch Vereine den illegalen Markt eindämmen kann.